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Ratsnachrichten

Aus der Gemeinderatssitzung vom 16.10.2019

Ausführlicher Sitzungsbericht:

Auf diesem ehemaligen Gräberfeld im Vordergrund soll die neue Urnenwand in L-Form mit 45 Urnenkammern entstehen. Bürgermeister Thomas Karst und Bauamtsleiter Stefan Gräßle (von links) beim Ortstermin.

Standort und Form der neuen Urnenwandkammern auf dem Friedhof entschieden

Nach eingehenden Diskussionen zunächst auf dem Friedhof und gleich danach in der Gemeinderatssitzung entschied der Eisinger Gemeinderat über den Standort und über die Art der Ausführung einer weiteren Urnenwand. Bei der Standortfrage wurde dem Verwaltungsvorschlag bei fünf Gegenstimmen gefolgt, die Urnenwand auf einem ehemaligen kleinen Gräberfeld nordwestlich der Einsegnungshalle zu erstellen. Auch bei der Abstimmung über die Art der Gestaltung erhielt die ursprünglich von der Verwaltung favorisierte kompakte und kostengünstigste Lösung die Mehrheit des Rats.

Bereits in der Septembersitzung hatte Garten- und Landschaftsarchitektin Sonja Hottinger dem Rat ihren Planentwurf mit insgesamt 45 Urnengrabkammern in zwei Wänden aus unterschiedlich hohen Stelen vorgestellt. Eine kürzere (drei Stelen) und eine längere Wand (acht Stelen) stehen sich in L-Form gegenüber. Die Kosten wurden auf knapp 64.000 Euro geschätzt. Gemeinderätin Ulrike Metzger (GfE) meinte damals, die Ansicht der neuen Urnenwand sollte durch die Einzelstellung der Stelen aufgelockert werden.

Hottinger fertigte deswegen zwei weitere Varianten. Bei der zweiten Variante mit weitgehender Einzelstellung der Stelen müsste die Hälfte einer befestigten Stehfläche an der Aussegnungshalle noch mit einbezogen werden. Die Kostenschätzung liegt hier allerdings bei 74.000 Euro. Die dritte etwas geschwungene Variante würde bis zur Aussegnungshalle heranreichen und, wie Bürgermeister Thomas Karst sagte, eine später beabsichtigte befahrbare Wegverbindung zu den obenliegenden Grabfeldern verhindern. Letztere Variante der Urnenwandanlage ist mit 67.000 Euro veranschlagt, hätte aber auch nur 36 Urnenkammern, also 11 weniger als die beschlossene Urnenwandanlage.

Beim Besichtigungstermin des Rates auf dem Friedhof stellte Metzger auch den Standort in Frage. Ein Platz auf der südöstlichen Seite der Aussegnungshalle wäre nämlich erweiterbar. Lara Müller (GfE) machte im Rat deutlich, was auch von Hans-Peter Karst (FWV) unterstützt wurde, dass der jetzt ausgewählte Standort sonst nicht nutzbar sei. Bei einer Verlegung auf die andere Hallenseite blockiere man eine offene Friedhofsfläche, obwohl man nicht weiß, wie sich der Bedarf an Urnenwandplätzen in weiterer Zukunft entwickeln werde. Monja Beck wies auf das notwendige Kostenbewusstsein hin, da die Gemeindeprüfungsanstalt bereits die Unterdeckung der Friedhofskosten mit Blick auf die Friedhofsgebührenhöhe beanstandet habe. Sie sprach sich für die kostengünstigste, schön und zweckmäßig gestaltete Variante I aus.

Beitritt zum Klimaschutzpakt

Die Gemeinde Eisingen tritt dem Klimaschutzpakt des Landes Baden-Württemberg mit den kommunalen Landesverbänden bei. Mit diesem Beitritt, so Bürgermeister Thomas Karst, verpflichte sich die Gemeinde, einen Beitrag zum Erreichen der Klimaziele zu leisten und dabei eine Vorbildfunktion einzunehmen. Als Klimapaktgemeinde genieße man den Vorteil eines Bonus von zehn Prozent im Förderprogramm „Klimaschutz Plus“.

Karst wies darauf hin, dass Eisingen bereits in den vergangenen Jahren schon einiges für den Klimaschutz unternommen habe, vor allem in Richtung Senkung des Stromverbrauchs. Als Beispiele nannte er die Umstellung auf die stromsparende LED-Beleuchtung bei der gesamten Straßenbeleuchtung, in der Grundschule, im Rathaus und im Waldpark-Kindergarten. In der neuen Bergäcker-Sporthalle sei eine Hackschnitzelheizung eingebaut und auf öffentlichen Dachflächen Photovoltaik errichtet worden. Auch ein Elektrofahrzeug sei als Dienstfahrzeug im Einsatz. Weitere Maßnahmen seien in Vorbereitung, wie die energetische Sanierung von Gemeindegebäuden sowie die Umstellung der bisher mit Verbrennungsmotor betriebenen Bauhofgeräte auf Akku-Betrieb.

300 Bäume für Eisingen

Der Gemeinderat folgte dem Antrag der Freien Wähler, in den kommenden zehn Jahren die Anpflanzung von 300 heimischen Obstbäumen und Laubbäumen durch Bürgerinnen und Bürger auf privatem Grund zu fördern. Durch die CO2-Bindung der Bäume soll ein kleiner Beitrag zur Minderung der CO2-Emissionen geleistet werden.

Wie Bürgermeister Thomas Karst vorschlug, soll die „Streuobstwiesenförderung Eisingen“ wie folgt umgesetzt werden: Gefördert wird die Beschaffung von bis zu drei Obstbaum-Hochstämmen pro Jahr und Haushalt mit einem Zuschuss in Höhe von 20 Euro je Baum. Diese müssen auf Eisinger Gemarkung gepflanzt werden.

Als Nachweis sind beim Beantragen des Zuschusses bei der Gemeindeverwaltung der Kaufbeleg und die Flurstücksnummern der Pflanzgrundstücke vorzulegen. Als jährliche Fördersumme werden 1.000 Euro in den Haushalt eingestellt.

Gelegentliche Nutzung der alten Turnhalle

Für die Nutzung der alten Turnhalle bei der Grundschule liegen gelegentlich Anfragen vor, beispielsweise vom CVJM für eine „Lasertag“-Veranstaltung mit bis zu 30 Personen oder einen Kinderflohmarkt der Freien Wähler. Man war sich im Rat darüber einig, dass nach wie vor in der Turnhalle keine Sportveranstaltungen und keine Festlichkeiten zugelassen werden. Hierfür stehen die Bergäckerhalle und die Bohrrainhalle zur Verfügung.

Zulässig sollen spezielle Veranstaltungen der örtlichen Vereine sein, unter folgenden Bedingungen: Die Halle wird nicht beheizt. Es darf keine Lärmbeeinträchtigung für die Nachbarschaft entstehen. Die Reinigung vor und nach der Veranstaltung muss eigenständig durch den Veranstalter erfolgen, der auch für den notwendigen Versicherungsschutz zu sorgen hat. Die pauschale Nutzungsgebühr soll 50 Euro pro Tag betragen.

 

Auszeichnung des Gemeindetages BW für die Gemeinderatsmitglieder Monja Beck und Hanspeter Karst

 

 

Bürgermeister Thomas Karst (rechts) würdigte bei der Überreichung der Ehrenzeichen des Gemeindetages das 20-jährige ehrenamtliche Engagement von Hanspeter Karst (links) und Monja Beck für Gemeinde und Bürger.

 

Im Rahmen der jüngsten Gemeinderatssitzung ehrte Eisingens Bürgermeister Thomas Karst unter dem Beifall des Gremiums zwei verdiente Ratsmitglieder mit der Ehrenurkunde und der Ehrennadel des Gemeindetages Baden-Württemberg. Monja Beck und Hanspeter Karst gehören seit Oktober 1999, also seit 20 Jahren, dem Eisinger Gemeinderat an.

Bei der Würdigung ihres vielseitigen ehrenamtlichen Engagements wies das Ortsoberhaupt darauf hin, dass beide damals auf Anhieb gewählt worden sind. Monja Beck kandidierte auf der Liste der SPD. Ab 2004 war sie noch das einzige Ratsmitglied der SPD im Gremium, deshalb schloss sie sich der Fraktion der Freien Wähler an. Sie ist Vertreterin der Gemeinde im Gemeindeverwaltungsverband Kämpfelbachtal und kümmert sich in hohem Maße für die Weiterentwicklung der Gemeindepartnerschaft mit San Polo d’Enza als „Gesicht des Gemeinderats“ im Verein „Freundeskreis internationaler Beziehungen“.

Zum Wirken von Hanspeter Karst erinnerte der Bürgermeister, dass sich Karst trotz seines hohen zeitlichen Engagements bei örtlichen Vereinen für das gemeinderätliche Ehrenamt zur Verfügung gestellt habe. Von 1999 bis 2009 war er zweiter Stellvertreter des Bürgermeisters und seit 2014 ist er Vize-Bürgermeister. Thomas Karst bezeichnete seinen Namenskollegen Hanspeter Karst als einen „kompetenten und zuverlässigen Vertreter vor Ort, auf den man sich in allen Situationen verlassen kann“.

 

Text und Foto: Schott