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Ratsnachrichten

Aus der Gemeinderatssitzung 24.07.2019

Ausführlicher Sitzungsbericht:

Langfristige Sicherung der Trinkwasserversorgung

Im Zentrum der Eisinger Trinkwasserversorgung: Bürgermeister Thomas Karst und Wassermeister Joachim Grimm betrachten kritisch den Einlauf der Gennenbachquelle, der derzeit mit über 30 Sekundenlitern noch im blaugrünen Bereich liegt.

Bei der ersten Arbeitssitzung des neuen Gemeinderates war die langfristige Sicherung der Eisinger Trinkwasserversorgung ein wichtiges Thema. Wie Bürgermeister Thomas Karst eingangs erinnerte, wurde aufgrund der Erfahrungen mit der Trockenheit der Jahre 2016/2017 bereits Ende 2017 ein Strukturgutachten in Auftrag gegeben, das die Möglichkeiten einer dauerhaften Erhöhung der Versorgungssicherheit untersuchen und Lösungswege aufzeigen soll.


Martin Leuze vom gleichnamigen Karlsruher Ingenieurbüro gab dem Gremium einen Überblick über den derzeitigen Stand der Untersuchungen. Das Eisinger Trinkwasser kommt ausschließlich aus der Gennenbachquelle, deren Quellfassung auf Steiner Gemarkung liegt. Dafür besteht ein Wasserrecht in Höhe von 20 „Sekundenlitern“ (l/s), umgerechnet 1.700 Kubikmeter täglich (m³/Tag). Leuze hat ermittelt, dass die Quellschüttung im langjährigen Mittel bei 55 l/s oder 4.750 m³/Tag liegt. Im September 2018 ist sie auf 17 l/s oder 1.470 m³/Tag zurückgegangen.


Da für die Wasserenthärtungsanlage selbst zwei Sekundenliter benötigt werden, standen nur noch 15 Sekundenliter oder 1.300 m³ effektiv zur Verfügung. Das reiche für einen mittleren Tagesverbrauch. Doch bei einem maximalen Tagesverbrauch von 1.360 m³ und gleichzeitig geringer Schüttung bestehe eine leichte Unterdeckung.


Das Resümee von Leuze: „Bei weiterem dauerhaften Rückgang der Quellschüttung besteht die Gefahr von temporären Versorgungsengpässen“. Laut Wassermeister Joachim Grimm liegt die Schüttung momentan bei etwas über 30 Sekundenlitern. Bei den Lösungsmöglichkeiten machte Leuze deutlich, dass ein Anschluss an die Bodenseewasserversorgung nach deren Auskunft aus Kapazitätsgründen in einem Zeithorizont von zehn Jahren nicht möglich ist. Auch von den Nachbarkommunen Bretten, Pforzheim, Ispringen und Kämpfelbach kann kein Trinkwasser bezogen werden. Mit Kieselbronn und Neulingen wird noch gesprochen. Über eine bestehende Verbindungsleitung zwischen der Gennenbachquelle und dem Versorgungsnetz in Stein könnte nur im Notfall eine kurzfristige Überbrückung erfolgen.


Es bleibe daher nur die Erschließung weiterer Wasservorkommen auf Eisinger Gemarkung. Ob und inwieweit das überhaupt möglich ist, soll in einem weiteren Gutachten durch das Ingenieurbüro Hansjörg Fader, Karlsruhe, untersucht werden. Der Gemeinderat stimmte der Auftragsvergabe in Höhe von 10.000 Euro zu.


Ersatzfahrzeug für die Freiwillige Feuerwehr


Der Gemeinderat hat in seiner Juni-Sitzung den Auftrag für ein neues Feuerwehrfahrzeug als Ersatz für das 28 Jahre alte Löschfahrzeug LF 8/6 in Höhe von 407.000 Euro vergeben. Da an dem 2006 beschafften Löschfahrzeug LF 10/6 jüngst durch einen Verkehrsunfall ein wirtschaftlicher Totalschaden entstanden ist, musste jetzt auch hier über eine Ersatzbeschaffung entschieden werden.


Bürgermeister Thomas Karst trug vor, dass von der Firma Wiss in Herbolzhheim ein entsprechendes Vorführfahrzeug zum Preis von knapp 180.000 Euro (Neupreis wäre rund 300.000 Euro) angeboten werde. Die feuerwehrtechnische Ausstattung im Innenraum würde vom vorhandenen beschädigten Fahrzeug übernommen. Das Ersatzfahrzeug würde mit knapp 60.000 Euro bezuschusst werden. Der Rat stimmte der Beschaffung zu.


Standsicherheitsprüfung der Straßenbeleuchtung


Die Gemeinde hat im Rahmen ihrer Verkehrssicherungspflicht sämtliche rund 425 Straßenbeleuchtungsmasten auf ihre Standsicherheit überprüfen lassen. Die Firma Netze BW erhielt nun den Reparaturauftrag für rund 17.500 Euro.


Zuschuss für CVJM Eisingen


Der Christliche Verein Junger Menschen (CVJM) Eisingen beabsichtigt auf seinem Vereinsgelände „Im Sennig“ einen behindertengerechten Sanitärraum an Vereinsgebäude anzubauen und das Sportgelände durch ein Beachvolleyball-Feld zu ergänzen. Laut Kostenvoranschlag sollen beide Maßnahmen etwa 35.000 Euro kosten. Der Gemeinderat bewilligte einen Zuschuss nach den Eisinger Vereinsförderungsrichtlinien in Höhe von 30 Prozent (rund 10.000 Euro) der zuschussfähigen Baukosten. Außerdem wurde das Einvernehmen zum vorgelegten Bauantrag erteilt.

Text und Foto: Schott