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Abwasserverband Kämpfelbachtal

Nach Abschluss der Erweiterungen auf der Kläranlage – Viele interessierten sich beim Tag der offenen Tür auf der Verbandskläranlage in Königsbach für die Abwasserreinigung

Aufmerksame Zuhörer hatten Andreas Betz, Udo Kleiner und Klärmeister Bernd Schäfer beim Rundgang durch die Kläranlage. Mit dabei Thomas Karst, Klaus Kasper, Thomas Zeilmeier und Heiko Genthner (ab Achter von links).

Viele Bürger aus den Mitgliedsgemeinden des Abwasserverbandes Kämpfelbachtal Ispringen, Kämpfelbach, Eisingen und Königsbach-Stein nahmen die seltene Gelegenheit wahr, zu erfahren, was eigentlich mit dem Abwasser, das beispielweise tagtäglich im Haushalt anfällt, geschieht. Mit dabei waren auch die Bürgermeister der genannten Gemeinden Thomas Zeilmeier, Udo Kleiner, Thomas Karst und Heiko Genthner.

Das Abwasser, bestehend aus Schmutzwasser und Regenwasser fließt aus allen vier Gemeinden über lange Kanalstrecken zur Verbandskläranlage nach Königsbach. Wie der Verbandvorsitzende Bürgermeister Udo Kleiner (Kämpfelbach) zum Auftakt des Tages der offenen Tür erläuterte, wurden hier in den vergangenen zweieinhalb Jahren 4,2 Millionen Euro investiert. Jetzt sind diese Baumaßnahmen offiziell abgeschlossen, deshalb auch die Möglichkeit zur Besichtigung.

Kleiner und Andreas Betz von Weber-Ingenieure, Pforzheim, der Planer des Baugeschehens, erläuterten bei den Rundgängen an den einzelnen technischen Einrichtungen das Klärgeschehen. Bauleiter Friedemann Bischoff sowie Bernd Schäfer, Joachim Schaudt und Ronny Prager, die Mitarbeiter der Kläranlage, standen ebenfalls für die vielen Fragen der Besucher bereit. Planungsingenieur Betz machte deutlich, dass das Kernthema der neuesten Baumaßnahmen der Bau des zweiten Nachklärbeckens gewesen ist. Dank der guten Zusammenarbeit zwischen der Planung, den Kläranlagenmitarbeitern und den Baufirmen habe dies beim laufenden Betrieb der Anlage bestens geklappt. Danach konnte erstmals seit vielen Jahren das alte Becken geleert und saniert werden.

Jetzt sei das „Zweistraßenprinzip“ auf der Kläranlage vollständig, so Betz, was vor allem bei Störfällen und Reparaturen sehr wichtig ist. Weiter war zu erfahren, dass im Normalfall 60 bis 100 Liter Abwasser in der Sekunde auf der Anlage ankommen, im Maximalfall können es fast 400 l/sec sein. 40 Prozent des Schmutzwassers kommt aus dem Gewerbebereich.

Nach der Zukunftskapazität gefragt, antworte Bürgermeister Kleiner: „Wir sind für ein Wachstum in den Mitgliedsgemeinden gewappnet“. Ausgerichtet ist die Anlage für 55.000 sogenannte „Einwohnergleichwerte“, in die auch die Belastungswerte durch Gewerbebetriebe einbezogen sind. Derzeit wohnen etwas über 27.000 Einwohner im Einzugsgebiet. Kleiner wies auch darauf hin, dass in einer weiteren Klärstufe künftig auch die „Spurenstoffe“ wie Hormone und Antibiotika aus dem Abwasser gefiltert werden sollen. Dazu sollen im Haushalt 2019 Mittel für eine Machbarkeitsstudie eingestellt werden. Nach Auskunft von Kämmerer Kevin Jost betragen im Jahr 2018 die Betriebsaufwendungen des Abwasserbandes fast 2,5 Millionen Euro.

„Das ist hier eine ganz saubere Sache“, meinte Peter Kohnle aus Königsbach am Ende des Rundgangs. Damit meinte er sowohl das fast geruchslose Klärgeschehen auf der Anlage zwischen Vorklär-, Belebungs- und Nachklärbecken, aber auch die sichtbare Reinheit des Abwassers, das in den Vorfluter Kämpfelbach geleitet wird.

 

Text und Foto: Schott

 

Nachricht vom: 10.09.2018